Anglerglück, Dunkelheit und zurück in Schweden

20 Grad und Sonnensschein statt einstellige Temperaturen und Dauerregen – an der Grenze von Norwegen nach Schweden hat sich auch das Wetter schlagartig umgestellt.

Seit einer Woche sind wir schon wieder zurück in Schweden. Norwegen hat uns überhaupt nicht gefallen und wir waren beide froh dort wieder raus zu sein. 10 Tage waren mehr als genug, Schweden ist sehr viel angenehmer zu bereisen, nicht nur wegen des Wetters.

Leider ist das Wetter hier immer noch sehr verlässlich. Es wiederholt sich alle zwei Wochen der gleiche Zyklus: Temperatursturz, dann drei oder vier Tage Regen und erste Auflockerungen, danach 10 Tage lang steigende Temperaturen und Sonnenschein, zum Schluss alles wieder von vorne. Vor zwei Tagen hat wieder ein neuer Zyklus begonnen und wir sind bei allerbestem Novemberwetter durch Östersund gestiefelt: 12 Grad, steife Brise aus Nord-Ost, nebelig-dunstige Luft und Dauer-Nieselregen.

Im Moment vertrödeln wir wieder etwas Zeit und warten auf besseres Wetter, die ersten Auflockerungen machen schon ein wenig Hoffnung. Und so kommt es, dass ihr immer nur Mails aus schlechtem Wetter von uns bekommt – bei Sonnenschein sind wir viel zu beschäftigt mit baden, wandern und grillen um Mails schreiben zu können 😉

Und natürlich mit angeln! In Norwegen gibt es eine Stelle mit einem ganz extremen Gezeitenstrom. Dort fließt alle 6 Stunden das gesamte Wasser eines kompletten Fjords durch einen sehr engen Durchlass rein oder raus. Dort ist im Wasser die Hölle los, es bilden sich teilweise enorme Strudel mit richtig schönen Kratern in der Mitte – sehr beeindruckend. Und es gibt offenbar jede Menge Futter für größere Fischschwärme, jedenfalls wimmelt es dort nur so von Fisch, beste Bedingungen für Angel-Anfänger also. Wir haben uns auch mal hingestellt und es versucht.

Und was passiert? Nix! Zumindest bei mir. 🙁 Um mich herum springen die Fische in der Zwischenzeit tatsächlich aus dem Wasser heraus und machen in der Luft Mätzchen. Und ich könnte schwören, dass sie mich dabei ganz schäbig angegrinst haben. Nicht einzelne, sondern hunderte, in ein paar Metern Entfernung. Der einzige Ort ohne Fisch war offenbar das Wasser in einem Meter Umkreis um meinen Haken herum.

Das alleine ist ja schon frustrierend, aber am schlimmsten waren die beiden Dänen neben mir: Angel raus, Fisch rein. Angel raus, Fisch rein, immer wieder. Frust.

Aber irgendwann hatte ich dann auch Glück und zwei schöne Seelachse an der Angel, jetzt wollte Maria auch mal. Erst auch 10 Minuten Leerlauf aber dann hat sie richtig aufgedreht: Angel raus, Seelachs rein. Angel raus, Seelachs rein. Sie war kaum zu bremsen, aber fünf Stück waren eindeutig genug für die nächsten paar Tage.

Die Dänen waren offenbar sogar gezielt nur auf Seelachs aus, jedenfalls haben sie ihre fünf riesigen Dorsche einfach liegengelassen und wollten die wieder zurückschmeissen! Einen haben wir dann auch noch genommen und die restlichen vier an andere Leute auf dem Parkplatz verschenkt. Die kann man doch nicht einfach so wegschmeissen!

Unser Kühlschrank war jetzt jedenfalls randvoll mit Fisch und wir haben drei Tage mittags und abends nichts anderes mehr gegessen.

Diese Angelstelle können wir allerwärmstens empfehlen. Wir haben auf dem Parkplatz wirklich keinen Angler gesehen, der nicht mit einer großen, schweren Plastiktüte voll Fisch und einem entrückten Grinsen im Gesicht wieder zurückgekommen wäre. Auch bei Maria hat es ein paar Tage gedauert bis sie wieder normal-ernst geradeaus gucken konnte. 😉

Nachts…

ist es dunkler als draussen. War es zumindest bisher, ohne unsere Verdunklungsvorhänge im Auto hätten wir vermutlich kein Auge zu bekommen. Aber mittlerweile ist es schon wieder so weit, dass wir abend um zehn mit dem Lesen aufhören müssen, weil wir die Buchstaben kaum noch erkennen können. Ein total ungewohntes Gefühl und wir denken schon mit grausen wieder an richtige Dunkelheit abends um acht. Wie sich das wohl anfühlt?

Weitere Pläne

Schwierige Sache, das. Wir sind an der Grenze zwischen Nord- und Mittelschweden, zwischen Östersund im Landesinneren und Härnösand an der Küste. Eine sehr schöne Gegend, aber bei grauem Wetter nützt das nichts. Weiterfahren nützt aber auch nichts, denn im Moment ist es fast überall schlecht.

Wir wollen heute ganz langsam in Richtung Küste trödeln, dort stehen die Sonnenchancen noch am Besten.

Langsam in Küstennähe runter, Gävle, Uppsala und später nach Stockholm. Dort wollen wir ein paar andere Reisende besuchen, die wir vor ein paar Wochen getroffen haben. Ja, und dann haben wir nur noch zwei Wochen für den ganzen Süden und schon ist der August vorbei…

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