Wildcampen de luxe

Wir haben den Eindruck, es gibt hier in Schweden mehr Seen als Einwohner. Es ist wirklich schwer eine Stelle zu finden, von der aus der nächste See mehr als zwei oder drei Kilometer entfernt ist. Und an sehr, sehr vielen dieser unzähligen Seen gibt es wunderbare Pausen- und Badeplätze. Komplett mit Liegewiese, Klohäuschen, Feuerstelle, Grill, Tische, Bänke und einem Unterstand bei schlechtem Wetter, manchmal sogar einen komplett ausgestatteten Aufenthaltsraum mit Tischen, Bänken und Kamin, natürlich auch wieder mit kompetter Grillausstattung inclusive.

Und an jedem dieser Plätze darf man ganz offiziell übernachten. Jedermannsrecht heisst das hier, jeder darf überall für eine Nacht sein Zelt aufschlagen solange er nichts mitnimmt oder kaputt macht.

Die Klohäuschen sind immer sauber und gut gepflegt, meistens gibt es sogar Klopapier. Damit sind diese öffentlichen Plätze hier besser ausgestattet als die allermeisten Campingplätze in Frankreich. Es gibt zwar morgens keine heisse Dusche, dafür aber einen tollen See zum Baden. Ein bisschen frisch natürlich, aber bei weiten nicht so kalt wie ich erwartet hatte: Meist um die 17°, also wärmer als die Nordsee zu dieser Zeit.

Campingfutter vom feinsten

Meistens essen wir klassischen Brote oder grillen, logisch. Neulich gab es zur Abwechselung aber mal lecker Graved Lachs mit Dillsauce. Natürlich wieder einmal an einen sehr schönen See an einer dieser Badestellen. Diesmal sogar mit Beistelltisch für das kalte Buffet 🙂

Hin und wieder gibt es auch statt Kotlett und Würsten mal Schweinefilet: Das wird hier wie ganz normales Fleisch verkauft, teilweise sogar günsiger als gewöhnliche Kotletts. Seltsam, aber lecker 😉

Verbote auf schwedisch

An jeder Badestelle und jedem Pausenplatz gibt es mindestens einen Lagerfeuer- und Grillplatz. Immer, da kann man sich drauf verlassen. In der Regel ist es aber nicht erwünscht, dass jetzt jeder auf der Suche nach Brennholz durch den Wald drumherum läuft und alles platt trampelt. Die deutsche Lösung ware jetzt ein Verbotsschild und ein großer Zaun. Die Schweden haben es aber angenehmer Weise nicht so mit Schildern und Zäunen, sie lösen das Problem auf schwedisch: Sie legen einfach schön trockenes und fertig geschnittes Brennholz in Reichweite der Feuerstelle bereit, zur kostenlosen Benutzung durch jeden. Echter full service.

Das mit dem Feuermachen haben die Schweden scheinbar auch ziemlich gut im Griff, denn obwohl die Feuerstellen meisten mitten im knochentrockenen Wald liegen, haben wir erst ein kleineres Feuer erlebt und nur sehr wenig Brandspuren gefunden. Kein Vergleich mit den Zuständen in Südfrankreich oder auf Korsika.

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