So richtig haben wir sie noch nicht gesehen, aber fast, denn seit fast 2 1/2 Wochen gibt es für uns keine Nacht mehr. Die Sonne geht zwar immer noch kurz unter, aber nur für eine halbe oder ganze Stunde, dunkel ist es nie. Unser Zeitgefühl ist total durcheinander, wir haben abends noch immer kein Gefühl dafür ob es jetzt sieben, elf oder zwei Uhr ist.
Das es hier so um diese Jahreszeit so ist wusste ich ja, aber trotzdem fühlt es sich äußerst seltsam an. In der Anfangszeit, am ersten regenfreien Abend noch relativ weit im Süden mit ’nur‘ 21 Stunden Sonne am Tag, sind wir abends total desorientiert über den Campingplatz gelaufen und haben uns gewundert warum es überall so still ist. Der ganze Platz voll mit Wohnwagen und Wohnmobilen, aber niemand unterwegs, keine Stimmen, keine Lichter. Taghell, aber alles wie ausgestorben. Wir wussten zwar, das es schon nach Mitternacht ist, es fühlt sich aber hartnäckig nach sieben Uhr abends an.
Wir fühlen uns zwar weiterhin wie auf einem permanenten Langstreckenflug, finden die Helligkeit aber äußerst angenehm. Egal wie lange man draussen bleiben will oder wann man die Sachen einräumt, es ist noch hell. Keine Hektik nach dem Abendessen, zum Spülen ist es später auch noch hell genug. Unser Standardspruch bei nervigen Aufgaben ist mittlerweile: ‚Das machen wir wenn es dunkel wird‘