Technikauswahl

Auswahl der passenden Technik

Anzahl der Ersatzakkus und Anzahl der Speicherkarten sollten aufeinander abgestimmt sein, sonst steht ihr plötzlich abseits der Zivilisation mit zwar noch reichlich freien Megabytes, aber ohne Strom da. Die Größe des Speicherplatzes bestimmt, nach welcher Zeit ihr gezwungen seid, wieder in eine größere (Touristen-) Stadt zum Wegbrennen zu gehen.

Die nach meinen Erfahrungen wichtigsten Entscheidungskriterien für den Einsatz unterwegs (zusätzlicher Artikel hierzu in der c\’t 6/04, Seite 146):

  1. Stromversorgung: Niemals sich auf Kameras mit Spezialakkus einlassen. Alles andere als einfache Mignon-Akkus macht bei der Ersatzbeschaffung (schon in Deutschland und erst Recht unterwegs) Probleme und ist unglaublich teuer. LiIon-Akkus sind zwar technisch eine feine Sache, haben aber auch nur eine begrenzte Lebensdauer von ca. 3 Jahren. Bei Spezialformen bekommt ihr dann aber todsicher keinen Ersatz mehr und die Kamera ist wertlos geworden. Mignon-Akkus passen außerdem auch sehr gut in Taschenlampen und CD-Spieler, so genügt ein Ladegerät für alle Geräte. Dazu der Preisvorteil: Ein spezieller LiIon-Akku kostet meist 50 bis 100 Euro, vier Mignon NiMH-Akkus mit vergleichbarem Energieinhalt gibt\’s bei Reichelt für weniger als 10 Euro. Und ihr werdet mehr als nur einen Ersatzakku brauchen.
  2. Speicherkarten: Die gleiche Geschichte: Keine teuren Spezialformen. Zwar gehen die Karten nicht so leicht kaputt, aber ihr braucht reichlich Speicherplatz, wenn ihr nicht ständig an die Städte gebunden sein wollt. Die schlimmsten Zeiten des großen Formatchaos\’ sind aber glücklicherweise vorbei. CompactFlash ist in der Kameraoberklasse verbreitet, die Mittelklasse verwendet SD-Karten. Alle anderen Formate sind (glücklicherweise) mehr oder weniger ausgestorben. Nur Sony klammert sich noch immer an seinen Memorystick, aber selbst die bauen manchmal schon SD ein.
  3. Ein-/Ausschalter: Für den Unterwasser-Einsatz ist es wichtig, dass die Kamera entweder über einen Tastendruck ein- und ausgeschaltet werden kann oder wenigstens die automatische Abschaltung (Powersave) abschaltbar ist. Sonst schaltet sich das Ding irgendwann selbstständig aus und ihr kommt durch das Gehäuse nicht an die Schiebe- oder Drehschalter zum Einschalten heran. (Tips zum Unterwassereinsatz)
  4. Blitztaste: Der Blitz muss mit einem einzigen Tastendruck ein- und ausschaltbar sein. Unterwasser müsst ihr oft hin- und herschalten. Viele Kameras erlauben dies nur über umständliche Menüs. Das setzt aber neben Geduld und einem seeeehr langem Atem voraus, dass ihr das Display erkennen könnt. Das führt direkt zum nächsten Punkt:
  5. das Display: Hat sich seit unserer ersten Tour 2003 zwar extrem positiv weiterentwickelt, ist trotzdem noch immer das wohl am meisten überschätzte Teil der Kamera. Die mit Abstand wichtigste Eigenschaft eines guten Displays ist die, dass es nicht gebraucht wird und abschaltbar ist. Denn die Tropensonne ist so hell, dass draußen oft nicht einmal erkennbar ist, ob das Display ein- oder ausgeschaltet ist. Kamerafunktionen, die nur über Bildschirmmenues erreichbar sind, sind tagsüber draußen praktisch sehr oft nicht benutzbar (nur mit großem Aufwand und festem Willen). Entspannt hat sich glücklicherweise mittlerweile das Problem der Akkulaufzeit: Selbst mit aktiviertem Display ist meistens eher die Speicherkarte voll als die Akkus leer.
  6. Kein Sony. Aber das habe ich mit den Punkten 1 bis 5 eigentlich ja schon gesagt ;-) Nein, ernsthaft: Diese Firma verstößt wirklich mit fast jedem ihrer Produkte nicht bloß gegen eine, sondern gleich gegen alle wichtigen Auswahlkriterien. Wirklich schade, da die reine Technik oft nicht schlecht ist.

Meine Ausstattung

Ich hatte für meine 4 Megapixel-Kamera 4x128MB, also insgesamt 512MB, Speicherplatz, 4×2 Akkus und ein Ladegerät dabei. Das reicht in meiner Kamera mit Blitzen und ohne großen Displayeinsatz für ca. 600 bis 700 Bilder und ich bin damit jeweils gut drei Wochen lang hingekommen – genug Zeit bis zur nächsten großen Stadt. Die für die Kamera bereits “leeren” Akkus haben übrigens in unseren Taschenlampen (dazu passend auch für Mignonakkus gekauft) jeweils noch etliche Stunden durchgehalten. Sehr praktisch.

Ich habe die ganze Technik im Winter 2002/2003 extra für diese Tour neu angeschafft und habe damals zusammen ca. 580 Euro bezahlt. Heute (Frühjahr 2004) bekommt man Vergleichbares schon für ca. 400 Euro, Tendenz weiterhin stark fallend.

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