Wieder auf Anfang

Martinsmännle

Martinsmännle


Mehr als drei Jahre Funkstille. Das liegt nicht daran, dass es nichts zu erzählen gegeben hätte. Im Gegenteil, alles ist mittlerweile anders. Wer uns in der Zwischenzeit persönlich getroffen hat kennt die grobe Geschichte: Trennung, Scheidung, eine neue Liebe, ein Job und eine Reise.

Genug Stoff für viele, viele Postings. Aber ich denke, es ist trotzdem sinnvoller, sich beim Schreiben auf die aktuellen Dinge und die Dinge, die da kommen mögen, zu konzentrieren. Ich werde über meine Situation und Erlebnisse schreiben, deshalb könnte ich mir vorstellen, dass diese Texte für Marias Freunde nicht mehr so spannend sein werden. Ich möchte euch nicht langweilen, ihr könnt euch ganz einfach vom Mailverteiler abmelden. Ganz am Ende dieser Mail findet ihr den Link, anklicken reicht.

Ich habe mich 2011 von Maria getrennt, deshalb wurde es hier im Blog schlagartig so still. Mittlerweile sind wir auch offiziell geschieden, reden aber glücklicherweise noch normal miteinander.

Wie viele von euch mittlerweile wissen, habe ich in Thailand Kim kennengelernt. Entgegen sämtlicher Wahrscheinlichkeiten ist sie keine Thai. Noch nicht einmal eine Asiatin, sondern eine Amerikanerin aus Pennsylvenia. Der “deutschesten” Ecke der USA, und passend zu den ziemlich deutschen Nachnamen ihrer Eltern finden sich auch viele deutsche und slovakische Einflüsse im Stammbaum, nur ungefähr drei Generationen zurück.

Sie hat auch einige Jahre in Chiang Mai gelebt und dort an der Uni Architektur unterrichtet. Irgendwann im letzten Jahr waren wir dann aber beide an einem Punkt, wo wir das Gefühl hatten, dass sich etwas ändern müsste. Wir hatten mittlerweile beide Probleme mit der thailändischen Arbeitseinstellung entwickelt und haben gespürt, wie uns die vollständige Ambitionslosigkeit der Leute in ihren Jobs langsam, aber sicher in den Wahnsinn treiben wird. Es ist ein traumhaft schönes Land zum Leben, aber die Hölle, wenn man etwas erreichen möchte oder vielleicht sogar ein Projekt termingerecht beenden möchte. (Beenden! Ha! Guter Witz! Und dann den: “Termingerecht”! Jetzt beruhige dich doch mal!)

Wir wussten, wenn wir bleiben, werden wir irgendwann resignieren und verbittern. Wir fingen an, auf Kleinigkeiten allergisch zu reagieren, über die wir sonst nur gelacht haben. Wir müssen woanders hin. Aber wo?

Es muss etwas mit Infrastruktur und funktionierenden Abläufen sein. Zumindest für eine Weile, mal so als Urlaub. Solange, bis wir über ein “morgen vielleicht”, das in Wirklichkeit ein “Keine Ahnung und es ist mir auch total egal…” ist, wieder lachen können.

Also etwas westliches. Dummerweise habe ich aber keine richtige Lust auf Deutschland und Kim nicht auf die USA. Aber watt mutt, datt mutt – schauen wir uns doch mal etwas um. Und je länger wir uns unsere Liste mit möglichen Orten ansehen, desto klarer wird es, dass diese Sache sich zu einer kompletten Weltreise auswachsen wird. Wenn man genau zählt sogar eher gut 1 1/2 Weltreisen, sonst bekommen wir die Jahreszeiten nicht unter einen Hut.

Für jeden der Orte auf unserer Liste gab es handfeste Gründe, die für sie sprechen, aber keiner davon ist von vornherein ein klarer Favorit. Alles nur Orte mit realistischen Jobchancen und einer funktionierenden Infrastruktur. Die Auswahlkriterien waren strikt. Wir sind ja nicht zum Vergügen hier.

Das war am Ende unsere Liste:

Europa: Münster, Heidelberg, München, Nürnberg, Stuttgart, Basel, Zürich, Winterthür, Bristol, Cambridge
USA: Boston, Pittsburgh, Washington, Florida, Colorado, San Franscisco, San Jose, Hawaii
Australien, Neuseeland: Auckland, Brisbane, Townsville, Cairns

Ende Oktober 2013 sind wir dann aus dem Haus in Chiang Mai ausgezogen und haben uns auf Forschungsmission begeben. Ein Jahr später, im Oktober 2014, haben wir uns mittlerweile zu einer Entscheidung durchgerungen und ich bin dabei, unser neues Haus einzurichten. Und, wo steht dieses Haus? Na? In: *tusch*

HEIDELBERG!

Also bin ich seit gut sechs Wochen wieder in Deutschland. Für wie lange wird sich zeigen, aber wir planen erstmal für ein Jahr. Bisher bin ich hier noch alleine, weil Kim noch den Rest ihrer 90 Tage außerhalb der EU abbummeln muss, bevor sie wieder einreisen darf. Noch gut zwei Wochen, dann sind wir endlich zusammen hier!

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