Persischer Golf – das klingt nach Kamelen, Nomaden, Ölquellen – und unendlichen Wüsten. Insgesamt ist der Iran aber überraschend fruchtbar. Nicht die grünen Felder und Wälder wie in Deutschland, aber mit der Landwirtschaft in der Provence durchaus vergleichbar. Nur zentral in der Landesmitte gibt es zwei große Wüsten: Die Dasht-e-Kavir und die Kavir-e-Lut. In jeder Richtung jeweils gut über 500km groß gibt es zwischen Tabas und Na’in eine mit etwa 400km relativ schmale Stelle, wo sich beide Wüsten berühren. Hier gibt es relativ viele Straßen und unterhaltene Pisten, dieser Teil der Wüste ist recht gut zugänglich, genau der richtige Platz für uns, um uns von den zwei Wochen Sprint zur iranischen Grenze und den zwei Wochen Städtemaraton im Iran zu erholen.
Unser erster Wüstenstopp bei Ab Shirin eine Woche zuvor war nur zwei Tage lang und wurde durch die Menge unserer Vorräte begrenzt, diesmal kaufen wir gleich für eine ganze Woche ein und füllen vorsorglich auch die letzten Wassertanks. Na’in ist eine sehr angenehme Kleinstadt am Rand der Wüste, in knapp zwei Stunden haben wir alles zusammen, was wir noch brauchen – und schon wieder zwei Einheimische getroffen, die uns bei den Besorgungen behilflich waren und mit denen wir uns eine Weile unterhalten haben.
Die Tage in der Wüste sind kurz. Ab 15 Uhr wird die Sonne schnell schwächer, um halb sechs ist es stockdunkel. Wir müssen schon um halb vier mit den Vorbereitungen für das Abendessen anfangen, sonst wird es abends sehr ungemütlich und es ist zu kalt zum Sitzen. Ganz klassisch kümmert sich Maria um das Gemüse und ich baue den Herd und heize das Feuer. Wir haben uns hier schon gut eingelebt
Wir haben jede Menge frisches Gemüse eingekauft, so gut haben wir schon lange nicht mehr gegessen.
Tagsüber sind die Temperaturen auch nur knapp zweistellig, aber wenn die Sonne scheint ist es trotzdem angenehm. Nur sobald die Sonne weg ist wird es sofort sehr, sehr kalt, die +3 Grad im Auto am Morgen kommen uns dann mollig warm vor. Nach dem Essen verziehen wir uns deshalb sehr schnell in die Schlafsäcke, nicht dass die auch noch vereisen.
Es ist draußen zwar sehr schön, aber eine heiße Dusche wäre auch mal wieder nicht schlecht. Für drei Nächte fahren wir nach Garmet und übernachten dort in einem sehr schönen Gästehaus. Eine tolle Abwechselung zwischendrin.
Insgesamt passt die Wüste hier allerdings nicht so ganz zu der üblichen Vorstellung davon: Es ist meistens eine Geröllwüste mit einzelnen trockenen Büschen, ähnlich der amerikanischen Sierra Nevada.
Das können wir so natürlich nicht stehen lassen: Sand muss her! Wir fahren weiter nach Messr.
Sandwüste bei Messr